Unterrichtsmaterial

Mit den vorliegenden Unterrichtsmodulen möchte die Kampagne «Wie geht's dir?» Lehrpersonen der Sekundarstufe I und II darin unterstützen, die psychische Gesundheit in ihrem Unterricht vermehrt zum Thema zu machen.

Die Unterrichtsmodule orientieren sich an den Zielsetzungen der Kampagne und dem Lehrplan 21. Sie...

  • ... geben Impulse, wie Jugendliche ihre psychische Gesundheit stärken können.
  • ... ermutigen die Jugendlichen, über das Wohlergehen, über Sorgen und Belastungen vermehrt zu sprechen und zeigen auf, wie das geht.
  • ...zeigen den Jugendlichen Handlungsmöglichkeiten auf, wie und wo sie bei Bedarf Hilfe und Unterstützung erhalten und geben können.

Dokument Deutsch (PDF, 40 Seiten)

Modul 1: Was tut mir gut?

Belastungen und Stress gehören zum Leben. Wer versteht, wie Stress entstehen kann und welche Bewältigungsstrategien vorhanden sind, kann die Anforderungen besser bewältigen.

In diesem Modul geht es einerseits darum, die Entstehung von Stress und die Notwendigkeit von Bewältigungsstrategien zu verstehen. Andererseits werden die drei Säulen der Stresskompetenz nach Kaluza (2018) vorgestellt:

  1. Die instrumentelle Stresskompetenz: Den Alltag stressfreier gestalten.
  2. Mentales Stressmanagement: Förderliche Einstellungen und Bewertungen entwickeln.
  3. Regeneratives Stressmanagement: Entspannen und erholen.

Auf dieser Grundlage erarbeiten die Schülerinnen und Schüler in diesem Modul eigene Ziele und Strategien zur Säule «Regeneratives Stressmanagement». Das anschliessende Modul 2 widmet sich vertieft den anderen zwei Säulen.

Modul 2: Umgang mit Stress

Im Modul 1 wurden die drei Säulen der Stresskompetenz nach Kaluza vorgestellt. Nach dem Aufbau von regenerativer Stresskompetenz geht es in diesem Modul darum, Möglichkeiten für mentale und instrumentelle Stresskompetenz kennen zu lernen und zu üben.

Da Stress sehr individuell erlebt wird, ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler viele Möglichkeiten kennen lernen und dann die für sie stimmigen Elemente auswählen und umsetzen. Dabei geht es nicht nur um Wissen, sondern darum, auf der Grundlage eigener Ziele konkrete Schritte umzusetzen und im Alltag ins Handeln zu kommen.

Modul 3: Lass uns reden!

Stress, Leistungsdruck, Überforderungen – für rund die Hälfte der Schweizer Jugendlichen (46%) ist das der Alltag. Jugendliche, die oft unter Druck stehen, sind mit ihrem Leben seltener zufrieden (48%) als Jugendliche, die kaum Stress haben (91%) (Knittel et al., 2015). Menschen im Umfeld einer Person bemerken, wenn es ihr schlecht geht. Die Unsicherheit, jemanden auf sein Wohlbefinden oder seine Belastungen anzusprechen ist gross.

Über Probleme zu reden ist wichtig. Gespräche entlasten und machen Hilfe erst möglich. Je länger psychische Belastungen und Probleme andauern, um so grösser ist die Gefahr, dass sich diese negativ auf die Gesundheit auswirken. Die Schwelle für ein Gespräch kann mit Übung überschritten werden. Dieses Modul liefert einen Beitrag dazu.

Modul 4: Hilfe in Anspruch nehmen

Uns allen geht es mal schlecht. Darüber reden tut gut. Wir alle sind manchmal ängstlich, unkonzentriert, wütend, lustlos oder traurig. Beim Erwachsenwerden kann sich das häufen. Über Probleme, Ängste und Unsicherheiten zu reden, ist der erste Schritt zur Besserung. Tust du nichts, kann sich deine Krise verschlimmern. Gespräche allein lösen keine Probleme in Luft auf. Aber sie entlasten und sie machen möglich, dass Betroffene Hilfe bekommen oder wieder Hoffnung schöpfen.

Viele Menschen haben Angst, über persönliche Probleme zu sprechen. Vielleicht, weil sie fürchten, als Spinner oder Versagerin zu gelten. Es ist aber ein Zeichen von Stärke, wenn man auch über Schwächen spricht.

Modul 5: Hochs und Tiefs gehören dazu

Stimmungsschwankungen gehören zum menschlichen Leben. Es gibt Tage, da sind wir gut drauf, und es gibt Tage, da gelingt einfach gar nichts. In der Pubertät sind diese Stimmungsschwankungen besonders oft anzutreffen. Das ist für die Jugendlichen keine einfache Zeit – und für die Leute um sie herum auch nicht.

In diesem Modul geht es darum, sich eigener Stimmungsschwankungen bewusst zu werden und die in den Modulen 1 und 2 erarbeiteten Strategien, um für sich zu sorgen, nochmals in Erinnerung zu rufen. Zudem sollen die Schülerinnen und Schüler Hinweise erhalten, wann es sich um mehr als eine normale Stimmungsschwankung handelt und externe Hilfe sinnvoll und notwendig ist. Hier wird nochmals der Bezug zu den Modulen 3 und 4 geschaffen. Zudem erfahren sie, wo sie verständliche Informationen über psychische Probleme erhalten.

Modul 6: Vorurteile über psychische Erkrankungen

Wer körperlich krank ist, erfährt Unterstützung und wird ernst genommen. Es ist akzeptiert und für alle klar, dass jemand bei Fieber und Grippe am besten zu Hause bleibt und sich auskuriert, allenfalls sich von einem Arzt behandeln lässt. Gegenüber psychischen Erkrankungen und Problemen gibt es viele Vorurteile. Zudem leiden viele psychisch Kranke unter der Angst, dass sie als Drückeberger oder als nicht belastbar eingestuft werden. Das führt dazu, dass psychische Krankheiten verheimlicht werden, sich Menschen dafür schämen und oft lange warten, bis sie sich Hilfe bei einer Fachperson holen. Fakt ist, dass die meisten Menschen im Verlauf ihres Lebens psychische Belastungen und Krankheiten selbst oder in ihrem privaten oder beruflichen Umfeld erleben.

Im Modul geht es darum, sich eigener Vorurteile bewusst zu werden und diese auf ihren Wahrheitsgehalt zu untersuchen. Dadurch sollen Vorurteile abgebaut und der Weg aus der Isolation und hin zu wirkungsvollen Unterstützungsangeboten geebnet werden.