Freundinnen im Gespräch

Wie man andern helfen kann

Angehörige, Freundinnen und Freunde oder Bekannte von Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Problemen nehmen Schwierigkeiten häufig wahr und möchten gerne helfen. Sie können zwar weder die Krankheit heilen, noch dafür sorgen, dass sich Probleme in Luft auflösen. Dennoch ist ihre Unterstützung wichtig und hilfreich.

Das Gespräch suchen

Jemanden im privaten Umfeld zu haben, der zuhört und offen ist für ein Gespräch, ist für jeden Menschen wertvoll. Menschen mit psychischen Belastungen oder Erkrankungen das Gespräch anzubieten, ist ein sehr wichtiger Beitrag, den Freunde und Freundinnen, Bekannte oder Angehörige leisten können. Denn viele Menschen mit psychischen Erkrankungen erleben Ausgrenzung und Einsamkeit.

Wenn es um psychische Probleme oder Erkrankungen geht, getrauen wir uns jedoch manchmal nicht, diese anzusprechen. Sei es, weil wir fürchten, den Betroffenen zu nahe zu treten oder aus Angst vor heftigen Reaktionen oder weil wir denken, wir müssten die angesprochenen Probleme dann auch gleich noch lösen. Unter Gesprächstipps finden Sie viele Hinweise, wie ein Gespräch gelingen kann.

Gemeinsam Unterstützungsmöglichkeiten finden

Wenn wir jemanden in unserem Umfeld als hilflos, krank und schutzbedürftig wahrnehmen, neigen wir manchmal dazu, Ratschläge zu erteilen und alle möglichen Lösungen aufzuzeigen. Auch wenn dies aus der edlen Motivation helfen zu wollen gemacht wird: Die Betroffenen fühlen sich dadurch häufig nicht ernst genommen oder überfahren.

Daher lohnt es sich, gemeinsam mit der betroffenen Person nach Möglichkeiten zu suchen, wie Sie sie unterstützen können. Vielleicht täte es ihr gut, mit Ihnen Sport treiben zu können, einen Spaziergang zu machen oder ins Kino zu gehen. Oder Sie können im Haushalt und bei der Kinderbetreuung mithelfen. Oder gemeinsam nach einer geeigneten Therapie suchen.

Die eigenen Grenzen wahrnehmen und respektieren

Der Umgang mit kranken Menschen ist für alle anspruchsvoll. Gerade Angehörige und nahe Freunde überfordern sich häufig, weil sie sehr nahe an der belastenden Situation sind und zu wenig Möglichkeiten haben, wieder einmal etwas für sich selbst zu tun und Distanz zu gewinnen. Manchmal erfährt man in einem Gespräch auch Dinge, die einem nachhaltig belasten. Nehmen Sie diese Gefühle ernst.

  • Tragen Sie Sorge zu sich: Sie helfen psychisch erkrankten Menschen nicht, wenn Sie selbst krank werden. Nehmen Sie sich Zeit für eigenen Bedürfnisse und Interessen. 
  • Bürden Sie sich keine Verantwortung auf: Sie können psychische Erkrankungen nicht behandeln oder heilen. Verweisen Sie auf professionelle Hilfe
  • Machen Sie sich keine Schuldgefühle: Gerade Eltern, aber auch Partner fühlen sich teilweise mitschuldig am Leiden ihrer Kinder oder Partner. Viele Faktoren spielen mit bei der Entstehung psychischer Erkrankungen und nie sind einfach andere Personen dafür verantwortlich. 
  • Lassen Sie sich beraten: Pro Mente Sana und die Dargebotene Hand beraten auch Angehörige, Freunde und Bekannte von psychisch erkrankten Menschen. Siehe Adressen.

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Gesprächstipps

Über psychische Erkrankungen zu sprechen, ist nicht immer einfach. Unsere Gesprächstipps helfen Ihnen weiter.

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