Arbeitskollegen reden

Wenn es Arbeitskolleginnen und -kollegen nicht gut geht.

Sie können dazu beitragen, dass der Umgang mit psychischen Belastungen an Ihrem Arbeitsplatz so selbstverständlich wird wie derjenige mit körperlichen Krankheiten.

Zwei Beispiele.

Ihr Arbeitskollege sitzt öfters mit leerem Blick am Pult. Wenn Sie ihn ansprechen, müssen Sie Ihr Anliegen jedes Mal wiederholen. Obwohl er viel zu tun hat, scheint er untätig zu sein. So kennen Sie ihn gar nicht. Ihre Büronachbarin hat sich in den vergangenen Wochen mehrmals tageweise krankgemeldet, mit wechselnden Begründungen, die ihr eigentlich niemand so richtig abnimmt. Wenn sie anwesend ist, hat sie dunkle Ringe unter den Augen und wirkt fahrig. Etwas ist definitiv anders bei ihr.

Den ersten Schritt wagen.

Wenn Sie solches erleben, dann ziehen Sie die Möglichkeit in Erwägung, dass eine psychische Belastung vorliegen könnte. Vielleicht teilen andere Kolleginnen und Kollegen Ihre Wahrnehmung. Vermeiden Sie es aber, hinter dem Rücken der betreffenden Person darüber zu sprechen. Hilfreich sind hingegen Gespräche und Unterstützungsangebote. 

So gelingt das Gespräch.

Sie können zum Beispiel so einsteigen: «Ich habe den Eindruck, dass es dir in letzter Zeit nicht so gut geht. Möchtest du darüber reden? Wir könnten einen Kaffee trinken gehen, jetzt oder nach der Arbeit.» Ihr offenes Ohr ist ein wertvolles Angebot und ein Weg aus dem Gefühl des Alleinseins, das psychisch belastete Menschen meist begleitet. Bedenken Sie dabei, dass Sie nicht dafür verantwortlich sind, das Problem Ihres Kollegen, Ihrer Mitarbeiterin zu lösen. Wenn Sie mitfühlend zuhören und zum Ausdruck bringen, dass Sie Ihr Gegenüber verstehen, ist das wunderbar. Machen Sie keine ungebetenen Ratschläge. Auch wertende Aussagen wie «Du siehst das alles viel zu schwarz» oder billiger Trost wie «Das wird schon wieder» sind ungünstig und verstärken das Gefühl der Isolation bei der betroffenen Person. Weitere Gesprächstipps finden Sie hier.

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