Freundinnen im Gespräch

Kompetente Fachpersonen für Psychotherapie finden

Psychotherapie wirkt dann besonders gut, wenn die Beziehung zwischen Therapeut/in und Patient/in stimmt. Hinzu kommt, dass Psychotherapien – je nachdem, wie schwer die Erkrankung ist – mehrere Monate oder gar Jahre dauern. Entsprechend ist es wichtig, dass man eine/n passende/n Therapeutin/Therapeuten findet.

Wer führt überhaupt Psychotherapien durch?

Psychotherapien werden von psychologischen und psychiatrischen Psychotherapeut/innen durchgeführt. Wer als Psychotherapeut/in arbeitet, hat nach dem Grundstudium (in aller Regel Psychologie oder Medizin) eine mehrjährige psychotherapeutische Zusatzausbildung gemacht. Für die Durchführung von Psychotherapien ist eine staatliche Praxisbewilligung notwendig. Für Laien sind die unterschiedlichen Titel mit dem Wortteil „Psycho“ leicht verwirrend. Unten stehende Übersicht erklärt die Unterschiede:

Auch bei der Kostenübernahme der Therapie durch die Krankenkasse gibt es Unterschiede zwischen psychologischen und psychiatrischen Psychotherapeut/innen. Lesen Sie dazu "Was übernimmt die Krankenkasse?". 

Der Vollständigkeit halber seien hier auch noch die Psycholog/innen erwähnt, welche nicht psychotherapeutisch arbeiten. Diese haben ein Studium der Psychologie absolviert, jedoch anschliessend keine oder eine andere Weiterbildung gemacht. Sie können daher keine Psychotherapien durchführen. Sie arbeiten beispielsweise als Kinder- und Jugendpsychologen, als Neuropsychologen oder als klinische Psychologinnen (alle drei Fachtitel sind staatlich geschützt) und in vielen weiteren Bereichen.

Wie finde ich eine Psychotherapeutin / einen -therapeuten?

Genau wie bei der Suche nach einem Hausarzt oder einer Frauenärztin kann es sich lohnen, im privaten Umfeld nach Empfehlungen zu fragen. Psychische Erkrankungen sind häufig und auch wenn noch nicht so offen darüber gesprochen wird, kennen viele Menschen jemanden, der eine Therapie gemacht hat oder haben eigene Erfahrungen damit. Auch ihr Hausarzt / ihre Hausärztin ist eine mögliche Ansprechperson. Diese sind mit dem Thema psychische Erkrankungen vertraut und können Sie an eine psychotherapeutische Fachperson überweisen. Sie können sich auch direkt an eine Therapeutin/einen Therapeuten wenden. Verschiedene Berufsverbände haben eine Online-Therapeut/innen-Suche, siehe Adressen.

Überlegen Sie sich, ob Sie lieber zu einem Mann oder einer Frau in Therapie gehen wollen und ob Sie eine Vorliebe bezüglich dem Alter ihrer Therapeutin/ihres Therapeuten haben.

Je nach Art Ihrer Beschwerden kann eine andere Form oder Therapiemethode passend für Sie sein. Mehr dazu finden Sie in den Unterkapitel: „Wie und wo finden Therapien statt“ und „Welche Therapiemethode für welche Erkrankung“.

Wie finde ich heraus, ob der Therapeut / die Therapeutin zu mir passt?

Die Beziehung zwischen erkrankter Person und Psychotherapeut/in ist wichtig für den Therapieerfolg. Therapeutische Beziehungen unterscheiden sich stark von alltäglichen Beziehungen, denn sie sind einseitig. Im Mittelpunkt steht die erkrankte Person. Die Therapeut/innen sind verpflichtet, ihre eigenen Sorgen und Erlebnisse in den Hintergrund zu stellen. 

Das erste Gespräch mit einer therapeutischen Fachperson dient dem gegenseitigen Kennenlernen, einer ersten Schilderung der Problematik und dem Besprechen der Rahmenbedingungen (Stundendauer, wie häufig trifft man sich, wer übernimmt die Kosten). Sie dürfen dabei die Fachperson gezielt befragen und Ihre Wünsche und Vorstellungen zur Therapie einbringen. 

Es ist wichtig, dass man der Therapeutin/dem Therapeuten vertraut, sich ernstgenommen und akzeptiert fühlt und das Gefühl hat, gemeinsam mit ihm/ihr vorwärts zu kommen. Darum ist die sorgfältige Auswahl einer Therapeutin/eines Therapeuten wichtig. Sie können auch mehrere Erstgespräche mit verschiedenen Therapeut/innen führen und erst danach entscheiden, wer zu Ihnen passt. 

Es ist normal, dass es im Therapieverlauf zu Widerständen und Stillständen kommt, denn Veränderungen brauchen Zeit und sind oft auch anstrengend und mühselig. Unten stehende Aussagen helfen, die Beziehung zum Therapeuten/ zur Therapeutin einzuschätzen.

  • Ich teile ihr/ihm die wichtigsten Ereignisse in meinem Leben mit.
  • Ich fühle mich verstanden.
  • Ich habe zu ihm/zu ihr Vertrauen. 
  • Ich sage, wie es mir in der Therapie geht. 
  • Ich denke, es geht vorwärts.

Wenn die meisten dieser Aussagen mit „oft“ oder „immer“ beantwortet werden, steht es gut um die Beziehung zum/zur Therapeut/in. 

Wenn die Aussagen mit „selten“ beantwortet werden, sollte dies in der Therapie angesprochen werden. Vielleicht bringt das Gespräch die notwendige Verbesserung der Beziehung. Vielleicht zeigt sich aber auch, dass ein Therapeut/innen-Wechsel angesagt wäre.

Quellen:
Beobachter Ratgeber „Gesund werden mit Psychotherapie. So finden Sie Hilfe“ von Isabelle Meier und Koni Rohner.
Kantonalverband der Zürcher Psychologinnen und Psychologen ZüPP. „Psychologie und Psychotherapie im Kanton Zürich. Ein Wegweiser“

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