Zwei Männer im Gespräch

Macht Arbeit krank?

Eins vorweg: «Einmal krank, immer krank», das gilt bei psychischen Erkrankungen nicht. Sie sind behandelbar. Und zwar umso besser, je früher man damit beginnt. Daher ist es wichtig, frühzeitig fachkundige Unterstützung aufzusuchen. Auch wichtig zu wissen: Wir sind nicht entweder krank oder gesund – die Grenzen sind fliessend. Zwischen absolutem Wohlbefinden und der Krankschreibung gibt es viele Abstufungen mit unterschiedlichen Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit. 75% der Personen mit einer psychischen Erkrankung sind erwerbstätig.

Arbeit ist sehr wichtig für die psychische Gesundheit.

Arbeit ist ein Teil unserer Identität. Sie sichert unseren Lebensunterhalt und strukturiert unser Leben. Arbeit bringt uns in Kontakt mit anderen Menschen und deckt so einen Teil unserer sozialen Bedürfnisse nach Gemeinschaft und Anerkennung ab. Sie bietet uns Aktivität und im besten Fall Entfaltungsmöglichkeiten. Das alles sind Dinge, die für die psychische Gesundheit wichtig sind. Man weiss, dass Arbeit auf die psychische Gesundheit in der Regel einen positiven Einfluss hat.

In der öffentlichen Diskussion ist teilweise zu hören, dass uns der Arbeitsstress psychisch krank macht. Viel häufiger ist es jedoch die Arbeitslosigkeit, die uns psychisch erkranken lässt. Untersuchungen zeigen zudem, dass selbst bei schweren psychischen Erkrankungen diejenigen Betroffenen schneller gesunden, welche über einen Arbeitsplatz verfügen, an den sie zurückkehren können.

Die Arbeitswelt fordert uns immer mehr.

Dennoch kann Arbeit auch psychisch belasten und im ungünstigsten Fall krank machen. Das moderne Arbeitsleben ist komplex, dicht an Informationen und erfordert häufig schnelle Entscheide. Verlangt werden rasche Resultate, flexible Lösungen und Kundenfreundlichkeit. Das erfordert von uns vor allem Kopf- und Gefühlsarbeit – also psychische Fertigkeiten. Deshalb ist die Psyche in der modernen Arbeitswelt zu unserer Achillesferse geworden. Arbeit kann unsere psychische Gesundheit auf zwei Arten gefährden: Die Anforderungen und Arbeitsbedingungen selbst können so ungünstig sein, dass sie wesentlich dazu beitragen, dass wir psychisch erkranken. Oder aber, wir sind aus anderen Gründen psychisch angeschlagen und merken, dass unsere Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz darum eingeschränkt ist. Das wiederum führt zu zusätzlichen Belastungen, denn Leistungsfähigkeit wird in unserer Gesellschaft grossgeschrieben.

Quellen:
Wenn die Psyche streikt – Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt. Thomas Ihde-Scholl. Beobachter Edition. Bezug siehe hier.

Wie gehe ich mit psychisch belasteten Mitarbeitenden um? Ein Leitfaden für Arbeitgeber und Führungskräfte. Hrsg: Stiftung Rheinleben, Psychiatrie Baselland Download

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