Mutter Tochter auf der Mauer

Psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen

 

Wenn Kinder über längere Zeit leiden.

Alle Kinder sind manchmal ängstlich, unkonzentriert, wütend, lustlos oder traurig. Solche Gefühle und Zustände gehören zu einem Kinderleben. Eine psychische Erkrankung muss deswegen aber nicht vorliegen. Manchmal leidet ein Kind jedoch über mehrere Wochen oder gar Monate und ist beeinträchtigt. Dann ist es mehr als nachvollziehbar, dass Eltern sich Sorgen machen und die Situation als belastend empfinden. Häufig leiden auch Geschwister unter der Situation. Das Gespräch mit einer Fachperson kann klären, ob das Kind oder die ganze Familie Unterstützung braucht. Geeignete Fachpersonen sind beispielsweise die Kinderärztin, der schulische Heilpädagoge oder jemand aus dem schul-, kinder- oder jugendpsychologischen oder -psychiatrischen Bereich.

 

Wie die Abklärung und die Behandlung bei Kindern aussehen können.

In Zusammenarbeit mit Eltern und Kind wird sorgfältig abgeklärt, ob eine Beeinträchtigung vorliegt, die behandelt werden sollte. Die Angebote reichen von schulischen Fördermassnahmen bei Lern- oder Verhaltensproblemen über Logopädie oder Psychomotorik bis hin zu psychotherapeutischen Behandlungsmethoden. Manchmal dauert die Behandlung nur kurze Zeit, in andern Fällen sind Kinder über längere Zeit auf Unterstützung angewiesen. Je nach Problemen wird die ganze Familie miteinbezogen, manchmal nur das einzelne Kind oder eine Gruppe von Kindern mit ähnlichen Schwierigkeiten. Eltern haben das Recht auf Erklärungen, warum welche Therapie sinnvoll ist und was sie sich davon erhoffen können.

 

Verlieren Sie den Blick für das Positive nicht!

Auch wenn Ihr Kind Ihnen Sorgen bereitet und die Situation belastend ist: Niemand spricht gerne jeden Tag über seine Schwächen. Versuchen Sie den Blick so oft wie möglich auf das Positive zu lenken. Unternehmen Sie etwas, was dem Kind Freude macht. Nehmen Sie die vielen Dinge wahr, die Ihr Kind gut und gerne macht. Das gibt Ihnen und Ihrem Kind Kraft und Mut.

Buchtipp:

"Wenn Kinder aus der Reihe tanzen. Psychische Entwicklungsstörungen von Kindern und Jugendlichen" Kurt Albermann. Beobachter Edition. Bezug siehe hier.

Häufige psychische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter

Wichtig: Der Übergang von gesundem und krankem Erleben und Verhalten ist fliessend. Ob eine Auffälligkeit krankheitswert hat, muss eine spezialisierte Fachperson beurteilen!

Frühkindliche Regulationsstörungen
treten im ersten Lebensjahr bei bis zu einem Drittel aller ansonsten gesunden Babys auf. Sie zeigen sich in unstillbarem Schreien, massiven Schlafstörungen, Fütterungsproblemen oder altersuntypischen Trennungsängsten und stellen eine hohe Belastung für die Eltern dar und können den Aufbau der Beziehung zwischen Eltern und Kind gefährden.

Häufige Entwicklungs- und Lernstörungen sind motorische Störungen, Sprach- und Sprechstörungen, Lernstörungen wie Lese-, Rechtschreib-, Rechenschwäche oder eine Kombination davon. Wichtig ist, das Selbstvertrauen betroffener Kinder zu stärken und zu vermeiden, dass sie aufgrund der Misserfolge Ängste, Depressionen oder Aggressionen entwickeln. Die Förderung findet häufig im Rahmen der Schule statt.


Häufige Verhaltens- und emotionale Störungen sind folgende:

  • Angsterkrankung wie Trennungsangst, Schulangst, soziale Ängstlichkeit, Phobien, Zwangsstörungen und weitere. Ängste in der Kindheit sind häufig und normal, problematisch werden sie erst dann, wenn sie sehr viel Raum im Leben des Kindes einnehmen und sich das Kind von Gleichaltrigen zurückzieht oder nicht mehr Lernen kann.
  • Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), die sich durch Unaufmerksamkeit und Konzentrationsschwierigkeiten, Impulsivität (vorschnelles und unüberlegtes Handeln) und Hyperaktivität (Zappeligkeit) äussert, manchmal fehlt die Hyperaktivität, dann spricht man von einer Aufmerksamkeitsstörung (ADS). Diese Diagnose wird bei manchen Kindern auch von Fachpersonen verfrüht gestellt. Eine sehr sorgfältige Abklärung ist hier besonders wichtig!
  • Aggressiv-dissoziales Problemverhalten zeigt sich in störrischen, trotzigen Verhaltensweisen über aggressives und feindseliges Verhalten gegenüber Menschen und Tieren bis hin zu Zerstörung von Eigentum, Betrug, Diebstahl und schweren Regelverstössen.
  • Manchmal treten Angsterkrankungen, ADHS und aggressiv-dissoziales Problemverhalten isoliert auf, weitaus häufiger aber in Kombination miteinander und/oder in Kombination mit einer Lernstörung. Manchmal kommt auch eine depressive Erkrankung hinzu.
  • Ein häufiges Problem bei Kindern und Jugendlichen sind Schlafstörungen, die ebenfalls nicht selten mit weiteren emotionalen, Lern- oder Verhaltensauffälligkeiten verbunden sind oder dazu führen können.

Weitere Erkrankungen finden Sie auf folgendem Link beschrieben: www.feel-ok.ch

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