Herren im Gespräch

Psychische Erkrankungen haben komplexe Ursachen.

Psychische Krankheiten sind nicht mit einfachen Modellen zu erklären. Viele Faktoren spielen mit, wenn die Psyche aus dem Gleichgewicht gerät: biologische (z.B. Hormonhaushalt, Veranlagung), psychologische (z.B. Selbstvertrauen, Frustrationstoleranz), soziale (z.B. Arbeitssituation, Partnerschaft) und spirituelle (z.B. Lebenssinn, Religion). Vieles wird auch heute noch nicht vollständig verstanden. Auslöser für eine psychische Krise oder Erkrankung ist meist eine Belastungssituation, etwa am Arbeitsplatz, in der Partnerschaft oder in der Familie. Aber auch biologische Veränderungen im Körper, beispielsweise nach einer Geburt, können psychische Erkrankungen auslösen. Wie gross der Einfluss genetischer Faktoren ist, wird von verschiedenen Fachleuten unterschiedlich beurteilt.

Betroffene denken manchmal, sie seien selbst schuld an ihrer Erkrankung. Auch nahe Angehörige wie Eltern oder Partnerinnen/Partner quälen sich mit Schuldgefühlen. Das ist verständlich aber fachlich nicht begründet. Psychische Erkrankungen sind nicht selbstverschuldet und nie sind nur einzelne Personen dafür verantwortlich.

Ab wann spricht man von Krankheit?

Die Grenze zwischen gesund und krank ist für Laien nicht leicht zu ziehen, denn wir alle fühlen uns ab und zu traurig, ängstlich oder unkonzentriert. Negative Gefühle allein sind noch kein Zeichen für eine Erkrankung. In der Regel verfügen wir über genügend psychische Widerstandskraft, um Stress und Krisen zu bewältigen ohne krank zu werden. Erst wenn diese Kraft fehlt und die Bewältigung über längere Zeit nicht gelingt, kann es zu einer Erkrankung kommen. Ob eine Erkrankung vorliegt, die behandelt werden muss können psychotherapeutische Fachpersonen und Fachärztinnen/-ärzte beurteilen.

Psychische Erkrankungen sind vielfältig.

Wie bei den körperlichen gibt es auch bei den psychischen Krankheiten eine grosse Anzahl unterschiedlicher Krankheitsbilder. Die verschiedenen Erkrankungen sind zudem bei jedem einzelnen Menschen jeweils individuell ausgeprägt. Mehr zu den häufigsten Erkrankungen.

Quelle: Beobachter Ratgeber „Ganz normal anders“ von Thomas Ihde-Scholl

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